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Hund und Jogger – Knigge gefällig? Tiertrainer über eine "Zwangsgemeinschaft mit Interessenkonflikten": Niemand weiß, dass er nur spielen will Von Katharina Vössing PEINE. Eine Joggerin fühlt sich von einem Hund bedroht, der ihr unangeleint entgegenkommt. Sie zückt ein Messer und droht der Halterin, auf das Tier einzustechen. Das geschah kürzlich bei Denstorf (wir berichteten). Mit Hundetrainer David Fishman sprachen wir darüber. "Ich habe Verständnis für die Joggerin. Sie hatte Angst", sagt Fishman, der die Alternative Hundeschule in Lutter am Barenberge führt. "Hundehalter haben keine Vorrechte. Ob ein Labrador nur spielen will, können wir nicht wissen." Der Hundebesitzer müsse dafür sorgen, dass das Tier von anderen nicht als Bedrohung empfunden werde. Der Hund müsse neutrales Verhalten lernen. Wie können Begegnungen zwischen Mensch und Hund reibungslos verlaufen? Dazu gehörten drei Grundregeln. Beim "Abrufen" muss der Hund zum Besitzer zurückkommen. Ein "eigentlich kommt er", könne nicht gelten. "Das muss hunderprozentig sitzen", sagt Fishman. Eine Möglichkeit, den Hund passiv zu machen, sei der Befehl, dass er sich hinlegen oder setzen soll. Zudem müsse das Tier lernen, bei Begriffen wie "Nein" oder "Aus" die Handlung zu unterbrechen. "Das ist auch eine Lebensversicherung für den Hund. Er könnte auch vor ein Auto laufen." Es gehe um die Kontrolle seiner Impulse und Instinkte. "Der Hund ist ein Hetzjäger, sein Beuteschema sind sich bewegende Objekte", sagt Fishman. Eigentlich reagiere er so, wie die Natur es vorgesehen hat, aber in der modernen Umgebung könne er nicht intuitiv reagieren. Auch für Passanten sei es wichtig, einige Regeln zu beachten. Bei der Begegnung mit einem Hund sollten Bewegungen verlangsamt, das Joggen unterbrochen werden. Das verringere den Reiz des Hundes. Zudem sei zu vermeiden, den Hund anzuschreien. Es sei sinnvoller, ihn zu ignorieren. "Es gibt Menschen, die einen Hund intuitiv selbst erziehen, aber eine Grundausbildung von vier bis sechs Monaten ist sinnvoll", sagt Fishman. Er spricht sich dafür aus, diese Grunderziehung verpflichtend zu machen, weist aber darauf hin, dass es schwer wäre, das zu kontrollieren. Bedenken äußert er auch dazu, dass der Fall der Joggerin zu einer "Antiwelle" führen könnte, die sich gegen Hunde und deren Halter richte. "Hunde und Menschen leben in einer Zwangsgemeinschaft mit Interessenkonflikten", sagt Fishman. Aber es gibt Regeln, die das Zusammenleben verschönern.Lokales 2 Donnerstag, 04.11.2010
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