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Praktikumsbericht von Sarah Jesussek über die Zeit vom 05.09. –19.09.2004
in der Hundeschule Fishman Ich wurde von vielen gefragt, wie ich auf die Idee kam, ein Praktikum in einer Hundeschule zu machen. Für mich stand nicht unbedingt im Vordergrund, professioneller, hauptberuflicher Hundetrainer zu werden. Vielmehr das weit verbreitete „Problem“ mit dem eigenen Vierbeiner führte dazu. Bedient von „klassischen“ Hundeschulen, Misserfolg, Frust und Ratlosigkeit führte der Weg über eine Vorführung der Hundearbeit und dem Internet zu Ihnen. Ohne konkrete Vorstellungen und Erwartungen zu haben nahm ich in dieser Zeit einfach „Wissen“ mit nach Hause. Ich schlucke meistens erstmal alles und denke dann nachher drüber nach. Witzig war, dass ich aus Ihren Ansichten oder dem System nicht etwas für mich nachvollziehbares und brauchbares „rausfiltern“ musste. Es dauerte nicht lange, um zu sehen, das dieses „System“, nachdem mit den Hunden gearbeitet wird, funktioniert. Es überzeugt einfach und fängt damit Zweifel ab. „ Dog handling“ - klingt cool, ist vom Prinzip her ja auch ganz einfach. Schon die Welpen lernen die Verknüpfungen: „komm her“, „komm mit“, „leg dich hin“ und „nein“. Faszinierend, wie simple es sein kann. Die Hunde, egal welcher Rasse, ob jung oder alt lernen so, und ihnen wird durch „kurze, krasse und konkrete Konsequenzen“ oder aber positive Bestärkungen (z.b. Lob) ihr gezeigtes Verhalten entweder beschränkt oder bestärkt.Dieses System ist immer gleich, dennoch gibt kein Schema und somit können die Wege zum Ziel unterschiedlich aussehen und lassen Platz für Individualität. Der Kurstag „Die Grunderziehung des Hundes“ zeigte mir dann aber auch, dass zwischen:ich denke, ich habe das Prinzip verstanden und: der Durchführung des Ganzen, ziemliche Weiten sein können. Schwachstelle ist der Mensch, der den Hund managen muss. Der Hund ist abhängig vom Verhalten des Menschen. Kommunikationsprobleme stören die Ausbildung und die Beziehung zwischen Mensch und Hund. Die beste Ausbildung hilft nichts, wenn der Hund zwar ausgebildet ist, aber nicht bereit ist, dieses auch dem Menschen zu zeigen oder etwas für ihn zu tun. Es gibt also einen Unterschied zwischen Ausbildung und Erziehung. Dass dabei die Hundeleine super hilfsreich sein kann war mir neu. Ich habe die Hundeleine zuvor auch noch nicht als ein Werkzeug betrachtet. Es ist richtig, dass man bei einem Pferd nicht auf die Idee kommen würde, den Strick als Notbremse zu nehmen. Durch den direkten Kontakt und die kontinuierliche Einwirkung der Leine lässt sich ein mittelgroßer Hund noch einigermaßen manövrieren. Ohne Leine und einen Hund auf Distanz hat man dann eigentlich verloren. Eine Kommunikation ist dann auch nicht möglich. Die Arbeit in Ihren Gruppen zeigte, dass erreicht werden soll, dass der Hund auf „seinen“ Menschen achten und ihm folgen soll. Anfangs helfen dabei kurze Paraden an der Leine. Im zweiten Schritt schleppt der Hund die auf dem Boden schleifende Leine immer noch mit sich mit. Erst bei genug erreichten Prozenten (wieviel Prozente des Hundes besitze ich?) geht der Hund ohne Leine. Und nach anfänglicher Unruhe auf dem Hundeplatz war es zum Ende der Stunde wirklich nett anzuschauen. Auch hätte ich das Agility nicht als eine Ergänzung zu dieser Arbeit gesehen. Es geht hierbei nicht darum, dass der Hund z.b. über den Laufsteg geht, weil er keine Angst davor hat, sondern weil sein „Manager“ ihm sagt: ich will etwas von dir, also mach es! Am Anfang steht hier das Konzept und das „Hopp“ oder „Reifen“ hat dich gleiche Aufforderung wie z.B. das „komm her“. Dieses schließt dann auch den Satz aus „eigentlich hört er ja...“, denn diese Aufforderungen ( Verknüpfungen) lassen keinen Spielraum. Das „ Clickertraining“ kannte ich auch nicht. Über den Sinn darin, sich auf einen „ Futteraufomaten zu reduzieren“ hatte ich nicht nachgedacht. Hier ist also der Unterschied zur klassischen Konditionierung gegeben. Viele Hunde brauchen neben der körperlichen Auslastung auch die „geistige Arbeit“. Der Clicker z.b. veranlasst sie zu denken um an den gewünschten Click und dem damit verbundenen Futter zu kommen. Weitere Erkenntnisse brachten die Stellung von mir gegenüber meinem Hund als „Futtermeister“. Wenn man darüber nachdenkt, ist es schon klar, dass Futter ein gutes Triebmittel ist. Das dies aber auch ein Spiel sein kann war mir nicht von alleine in den Kopf gekommen. Insgesamt meine ich, viele grundlegende Sachen kennengelernt und verstanden zu haben. Ich bin damit super zufrieden, einfach ohne Druck die Möglichkeit zum Lernen und Verstehen gehabt zu haben. Im nachhinein möchte ich immer noch nicht Hundetrainer werden. Es sind nicht nur die langen Arbeitstage die abschrecken sondern auch die Aufklärungsarbeit die geleistet werden muss. Hundetraining ist das eine, das Vertrauen des jeweiligen Besitzers und seine Verhaltensänderung das andere. Ich nehme für mich von diesem Praktikum auch andere Sachen mit. Größere Freude am eigenen Hund und damit ein bisschen mehr Lebensqualität für uns beide.Auch ein bisschen mehr Lebenstauglichkeit (Kartoffeln schälen, Kaffee kochen, Streichen) hilft mir momentan. Und vielleicht geht es ja doch noch irgendwann in Richtung Trainer oder Manager. Okay, jetzt möchte ich mich nur noch einmal für die nette, unkomplizierte Zeit bei Ihnen bedanken, und das nicht aus Höflichkeit, sondern aus Dankbarkeit! Viele liebe Grüße Sarah
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Praktikumsbericht von Svenja Apel Praktikantin vom 09.01. bis zum 27.01.2006
„Wo machst du denn dein Praktikum?“ Das war die am heißesten diskutierte Frage in der letzten Schulzeit vor dem Praktikum. „In einem Betrieb für Heilpädagogisches Voltigieren und ganzheitliches Reiten.“ Plötzlich zeichnete sich immer ein großes Fragezeichen auf den Gesichtern der Fragenden ab. „Hä, was ist das denn?“ Und nun fing’s an, wie erklärt man das jemandem, der nicht reitet, nicht voltigiert und auch sonst nichts mit Pferden zu tun hat? „Mmhh, ja, also das ist einfach gesagt ein Betrieb, in dem mit behinderten Menschen zusammen mit Pferden gearbeitet wird.“ Lustig waren immer die Gesichter zu beobachten wie sie erst voller Interesse waren, dann kam das große Fragezeichen auf und darauf entspannten sich wieder die Gesichtsmuskeln, nachdem ich ihnen diese Erklärung gegeben hatte. Meistens kamen auch keine weiteren Fragen, wobei ich denke, dass sich viele nicht so viel darunter vorstellen konnten. Ich, ehrlich gesagt auch nicht so wirklich, da dieses ein spezielles Angebot ist, welches nicht in einer Regel-Reitschule angeboten wird. Aber dadurch, dass ich auch viel mit Pferden zu tun habe, zwei Kinder aus dem Bekanntenkreis bei Heike sind und damals, als Heike angefangen hatte etwas in der Richtung zu machen, unsere Pferde im gleichen Stall standen, hatte ich schon ein kleines Bild von dem, was mich erwarten würde, aber dass diese drei Wochen so unglaublich interessant, lehrreich und spaßig sein würden hätte ich nicht gedacht. In der ersten Woche prasselten die Eindrücke nur so auf mich ein, besonders die von der Arbeit mit den Kindern, ich sage jetzt mal, denen man ihre Behinderung ansieht. Diese reichen von leichten über schwere bis hin zu schweren Mehrfach-Behinderungen. Ich konnte das, was ich in der ersten Woche in den Unterrichtsstunden sah gar nicht richtig aufnehmen, es war einfach zu viel auf einmal und wenn ich dann, wieder zu Hause, gefragt wurde was heute so war, konnte ich das oft nicht so genau wiedergeben, wie ich es mir gewünscht hätte. Zu sehen wie Kinder, egal ob behindert oder nicht, mit dem Pferd zusammen in eine andere Welt eintauchen, zu sehen, wie sie sich anders benehmen und auch bewegen ist für mich bis heute ein Gefühl, was ich nicht beschreiben kann. Man muss es sich vielleicht vorstellen wie Schmetterlinge, Freude und eine ungeheure Wärme gleichzeitig im ganzen Körper – unbeschreiblich wunderschön! So trat auch der Muskelkater, den ich in den ersten Tagen hatte, in den Hintergrund, denn natürlich gehörte es auch dazu die Schafe, die Hühner, den Ganter, die Enten und die Pferde mit zu versorgen. Was heißt, Wassereimer hin- und herschleppen, weil die Selbsttränken nicht funktionierten (es war die ganzen drei Wochen verdammt kalt), misten, füttern, den Gemeinschaftsraum ausfegen, die Halle harken und, und, und. Einfach immer da zur Stelle zu sein, wo Hilfe gebraucht wird. Ich konnte mir in den drei Wochen ein sehr gutes und ausführliches Bild über die Arbeit als Reitpädagogin, die mit Mensch und Tier arbeitet, machen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich auf jeden Fall einen Beruf ergreifen möchte, der mit Kindern zu tun hat, wenn sich das noch mit Tieren verbinden lässt, wäre das einer meiner Träume, der in Erfüllung geht. Aber besonders interessant finde ich die Arbeit mit behinderten Menschen. Speziell an diesem Beruf reizt mich die Abwechslung. Jeder Mensch ist anders als die anderen, und gerade bei Behinderten ist dieser Unterschied deutlichst zu merken. Man wird selbst gefordert, in seinem Können, sich in relativ kurzer Zeit auf andere Menschen einzustellen, sich kreativ in der Aufgabengestaltung des Unterrichts (der jedem Kind individuell angepasst werden muss) zu zeigen und in dem Können Menschen, sowohl behindert aber auch gesund, mit Tieren zusammen zu bringen und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Auf jeden Fall wird ein großes Kriterium meiner späteren Berufswahl das der Arbeit mit Kindern sein.
Ich möchte mich bei Heike und auch bei Dudi nochmals ganz herzlich für diese drei lehrreichen, interessanten, aber auch anstrengenden drei Wochen bedanken. Nicht, dass ich nur etwas über den Beruf der Reitpädagogin kennen gelernt habe, nein. Ich habe einen ungeheuren großen Motivationsschub bekommen, was die Arbeit mit dem eigenen Pferd betrifft und ich habe eine relativ sichere Vorstellung von dem, was ich nach der Schule machen will.
Danke für die nette Betreuung!
Viele liebe Grüße Svenja
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