Wilkommen in der Hundeschule (Fortsetzung)

Der Besitzer, der genügend Peinlichkeiten ertragen musste, und sich verpflichtet fühlt, mir unbedingt zu zeigen, dass er doch seinen Hund ein bisschen im Griff hat, ruckt die Leine kräftig und brüllt mit einem verbissenen Gesicht: „PFUI!“

"Entschuldigung", sage ich, “ich wollte mich nur vorstellen und Sie grüßen.  Wirklich." - “BEIFUSS!"

"Verzeihung," sage ich, "aber ich bevorzuge es per Handschlag."

“Ich meinte... SITZ! SITZ!!"

“Ich weiß, was Sie meinen“, sage ich, "aber ich saß bis eben an meinem Schreibtisch und habe auf dem Computer gearbeitet, Schreibkram, wissen Sie."

"PLAATZ!" - "Danke nein", sage ich, "so anstrengend war es auch nicht, außerdem lege ich mich nicht so gern auf den Schotter.  Ich bin nicht mehr der jüngste und der Boden ist ziemlich kalt zum drauflegen."

“Sie verstehen nicht, ich meinte... PLATZHABEICHGESAGT!"

“Ich habe Sie schon verstanden”, sage ich, "trotzdem schlage ich vor, statt dass ich mich auf den nackten Boden hinlege, bringen Sie Ihren Hund ins Auto, und wir gehen dann in mein Büro, und unterhalten uns in Ruhe bei einer Tasse Kaffee."

"Es ist nicht so wie Sie... BENIMMDICH!"

"Das habe ich auch vor", antworte ich lächelnd. Ich bin mir schon der Tatsache bewusst, dass meine orientalische Mentalität mich etwas turbulent erscheinen lässt, aber nichtsdestotrotz denke ich, dass die paar Jahre Deutschland-Aufenthalt mich schon recht zivilisiert haben.

Unser hektisches Gespräch scheint die Leute etwas zu verwirren.  Sie schauen mich an, so als ob ich nicht ganz normal wäre. Aber weil ich mich bemühe, sie ehrlich und freundlich anzuschauen, und von meiner Tasche ein Schweineohr raushole, als Beschäftigung für den im Auto wartenden Hund, lassen sie sich meistens überzeugen.  Wenn der Hund im Auto sitzt, werden die Leute wieder ganz vernünftig.  Sie verhalten sich auf einem Schlag wieder normal, und sind sogar in der Lage, sich für den Kaffee höflich zu bedanken.

Ist schon merkwürdig, wie die Menschen mit ihren Mitmenschen umgehen. Ich habe das Gefühl, dass sie alle guten Manieren gesamt ihres Sozialverhaltens verlieren. wenn sie ihre Hunde dabei haben. "Willkommen in meiner Hundeschule", sage ich, während sie verstört an ihrem Kaffee schlurfen.

"Wir sind eine Alternative Hundeschule.  Hier werden Sie lernen, dass die wichtigste Voraussetzung bei der Hundeerziehung Humor heißt."

 

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