Ein (Tierheim-)Hund kommt ins Haus

Die Entscheidung wurde getroffen und der Hund wurde gewählt. Ein neues Zuhause und eine neue Beziehung soll entstehen, in der viele Erwartungen und Wiinsche in Erfüllung gehen sollen.  Wir haben für Sie, den neuen Besitzer, ein paar wichtige Punkte zusammengefaßt, die Ihnen helfen sollen, die Eingewöhnung leichter und reibungsloser zu gestalten.

Die Trennung

Das schlimmste, was dem Tierheimhund passierte, ist der Verlust seines "Rudels". Die abrupte Trennung der sozialen Gemeinschaft, in der er bisher Mitglied war. Dies ist der Grund, warum der Hund häufig etwas "geknickt" oder deprimiert wirkt, und nicht, weil er im Tierheim schlecht betreut wird.  Die meisten Hunde, die im Tierheim sind, bekommen dort viel mehr Auslauf, Aufmerksamkeit und Zuwendung als bei ihren vorherigen Besitzern.  Die Mitarbeiter haben aber bis zur Vermittlung zu wenig Zeit, um so eine "Rudelzugehörigkeit" herzustellen.  Der Hund soll sich in seinem neuen Rudel integrieren und dies ist Ihre wichtigste Aufgabe als neuer Besitzer.

Die Integration

Oft passiert es, daß die neuen Besitzer viel Mitleid mit dem Hund haben, weil er aus dem Tierheim kommt und meistens keine schöne Vorgeschichte hat.  Durch übermäßiges Verwöhnen und Belohnen versuchen viele Besitzer, diesen Mangel auszugleichen. Was unter menschlichen Gesichtspunkten zutreffen mag, führt aber aus hündischer Sichtweise dazu, daß der Hund in die Position des "Alpha-Tieres" (erster und dominanter Hund) im Familienrudel gelangt. Der Hund soll statt dessen an rangniedrigerer Position als die Menschen in das Rudel integriert werden. Bei einem richtigen Integrationsprozeß des Hundes, kann der Besitzer alle Vorteile der Mensch-Tier-Beziehung genießen.  Bei einer Fehlintegration bekommt man den Problemhund.

Die Grenzen

Der erste und wichtigste Schritt nach der "Adoption" ist die Festlegung von ganz klaren Grenzen, was sagen will: was darf der Hund und was darf er nicht. Auch wir, als Teil einer Sozialgemeinschaft müssen bestimmte Grenzen und Tabus berücksichtigen. Nach einem schlechten Tag im Büro und Streitigkeiten in der Familie dürfen auch wir nicht über eine rote Ampel fahren oder die Politesse verprügeln.  Auch der "armeHund" mit seiner Leidensgeschichte muß gewisse soziale Grenzen respektieren.  Sie, als seine neuen Besitzer und Erzieher sind verpflichtet, diese Grenzen festzulegen und anzutrainieren.  Anderenfalls schafft man gezielt einen "asozialen" Hund, der alles machen kann, was er will.  Dazu wird möglicherweise sein Fehlverhalten durch Lob und Leckerlis ständig bestätigt. Das endet meist nicht gut. So kommen Hunde ins Tierheim Die Sicherheit, die dieser Hund so dringend braucht, bekommt er durch einen sicheren Besitzer, der dem Hund zeigt, daß er selbst die Position des "Rudelführers" übernehmen kann und will.  Dieses Verhalten ist nicht unnachgiebige Härte, sondern der erste Schritt zu einer erfolgreichen Integration in die neue "Rudelfamilie

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